ja, was soll man dazu sagen?

1964 wurde ich in München geboren und nach einer stürmischen Jugend, absolvierte ich nach bestandener mittlerer Reife eine Ausbildung zur Energieanlagenelektronikerin. Das ich jemals malen würde, hätte ich mir in meinen kühnsten Träume nicht ausgemalt, denn im Grunde bin ich eine Technikerin und hatte 27 Jahre lang Flugzeuge repariert. 

Mit vielleicht 38 oder 39 Jahren, besuchte ich mit meiner Mutter die Kunsthalle in Isny im Allgäu. Dort stellt der Allgäuer Künstler Friedrich Hechelmann seine Werke aus und ich war überwältigt von der Strahlkraft dieser Bilder. In diesem Moment wurde der Wunsch in mir geboren, so malen zu können. Ich nahm damals einen Flyer aus der Galerie mit, der von der Sommerakademie Isny herausgegeben wurde. Darin wurde zwei Kurse, einer zur Osterzeit und einer im Sommer, vorgestellt. Sie dauerten jeweils zwei Wochen und Herr Hechelmann selbst war der Lehrer. Am liebsten hätte ich mich sofort angemeldet, wenn da nicht die hohen Gebühren gewesen wären und so dauerte es noch mindestens ein Jahr, bis ich meinem Ziel näher kam. 

2005 war es dann soweit. Ich erfüllte mir den Wunsch, einen Malkurs bei Herrn Hechelmann zu belegen. Es war unglaublich schön, spannend und aufregend. Noch nie zuvor in meinem Leben saß ich mit acht anderen Teilnehmer*innen in einem Malstudio und tat nichts anderes, als von Morgens 8 Uhr bis Abends 18 Uhr malen. Im Detail sah das zwar ganz anders aus, als man sich das laienhaft vorstellt, aber das spielt hier keine Rolle. Nennenswert ist jedoch, dass ich derart fasziniert war und ich ungeahnte Fähigkeiten in mir entdeckte, dass ich für die nächsten sechs Jahre ein eifriger Schüler der Sommerakademie wurde. 

 

Ab 2011 wurde es sehr unruhig in meinem Leben und die Malerei legte ich erst einmal auf Eis. Erst als ich 2017 meinen ersten Winter auf Island zu bestehen hatte, begann ich zaghaft meine Malsachen herauszuholen. Allerdings wollte ich mit der Aquarellmalerei nichts mehr zu tun haben, ich wollte etwas Neues ausprobieren und griff kurzerhand zur Ölfarbe. Das ging auch ganz gut, aber so ganz ohne Anleitung war ich doch recht schnell am Ende mit meinem Latein. Aber wozu gibt es denn YouTube! Ich entdeckte Bob Ross und lernte die von ihm gelehrte Technik. In der Tat gelangen mir ein paar schöne Bilder, doch war ich den ewig selben Motiven von Bergen und alten Hütten schnell überdrüssig und so suchte ich weiter. 

 

Mit Hilfe von zum Teil wirklich guten Lehrvideos auf YouTube, lernte ich Stückchen für Stückchen dazu. Ich malte einfach, probierte verschiedene Techniken und Materialien aus und erzielte durchaus schöne Resultate, doch letztlich gelangen mir die Aquarelle am besten. Da zeigt sich, dass man das am besten kann, was man wirklich gelernt hat und bei mir ist es die Trockentechnik oder auch die altmeisterliche Lasurtechnik in der Aquarellmalerei. 

 

Und so möchte ich abschließend sagen:

 

 "Ich lerne, in dem ich tue und für das, was ich tue, nehme ich mir Zeit und tue es aus Freude am Tun."